„Wie kolonial ist unsere Energiewende?“
Online-Vortrag mit Dr. Dorothea Hamilton
Dienstag, 8. September 2026, 12:00–13:00 Uhr
Die Energiewende gilt als zentrale Voraussetzung, um den Klimawandel zu begrenzen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas zu reduzieren. Zugleich wirft sie neue Fragen auf: Welche Ressourcen werden für sogenannte „saubere“ Technologien benötigt? Woher stammen die Mineralien für Speichertechnologien, Batterien oder die Produktion von „grünem“ Wasserstoff? Und unter welchen Bedingungen werden diese Rohstoffe gewonnen?
Der Vortrag „Wie kolonial ist unsere Energiewende?“ nimmt die globalen Verflechtungen der Energiewende in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Übergang zu postfossilen Energiesystemen bestehende Abhängigkeiten vom Import von Ressourcen aus Ländern des Globalen Südens fortschreibt — und ob dadurch koloniale Muster reproduziert werden. Dr. Dorothea Hamilton diskutiert, inwiefern postfossile Ressourcenpolitik mit extraktivistischen Strukturen verbunden ist und welche alternativen Perspektiven auf eine gerechtere Energiewende denkbar sind.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, insbesondere an DYNERGY-Studierende, DYNERGY-Interessierte sowie Personen, die sich mit Energie, Nachhaltigkeit, Klimawandel, globaler Gerechtigkeit und Transformationsprozessen beschäftigen.
Vortragende
Dr. Dorothea Hamilton

Foto: Dr. Dorothea Hamilton
Dr. Dorothea Hamilton ist Ressourcen-Geographin. Sie promovierte zu Goldabbau an der Justus-Liebig-Universität in Gießen; die Dissertation wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Sie forschte und lehrte an verschiedenen deutschen und lateinamerikanischen Universitäten und beschäftigte sich in den letzten Jahren intensiv mit der Energiewende. Sie ist Teil des Wissenschaftscampus ReForm (Resources in Transformation) und beschäftigt sich in diesem Rahmen mit Rohstoffabbau und den gesellschaftlichen Konsequenzen.
In dem Vortrag stellt sie die Frage, welche kolonialen Kontinuitäten sich aus dem für die Energiewende notwendigen Abbau von Ressourcen ergeben. Dazu beleuchtet sie die Zunahme von illegalem und legalem Abbau von Rohstoffen, die für die Herstellung von postfossilen metallischen Rohstoffen notwendig sind, sowie die Effekte von Rohstoffen, die für die Energiespeicherung notwendig sind. Sie fragt, wo in diesem Abbau sich Muster der kolonialen Vergangenheit wiederholen oder mögliche Änderungen ergeben.